Neue Startbahn am Münchner Flughafen?

Flughafen MünchenBereits 2005 beschloss die FMG (Flughafen-München GmbH) den Bau einer 3. Start- und Landebahn am Flughafen „Franz Josef Strauß“. Die Kapazitäten des Flughafens seien mittel- bis langfristig ausgeschöpft.

In den folgenden Jahren wurden zahlreiche Studien für und wider den Ausbau durchgeführt und Gutachten und Argumente für den nötigen Ausbau gesammelt. Im Juli 2001 erfolgte dann der Planfeststellungsbeschluss zum Bau der 3. Lande- und Startbahn.

Der Flughafenausbau ist umstritten

Die Bevölkerung aus München und dem Umland wehrt sich seitdem gegen den Ausbau des Flughafens und die Erhöhung der Flugkapazität von derzeit 90 auf 120 Flüge pro Stunde. Dies wurde auch beim kürzlich erhobenen Bürgerentscheid deutlich: 54% sprachen sich gegen das Großprojekt aus. Die Bürger befürchten neben dem Schaden für Natur und Landschaft vor allem die Zunahme an Fluglärm. Jeder zusätzliche Flug und jedes zusätzliche Flugzeug wäre eine Belastung für die Anwohner. Ein weiteres Argument der Ausbaugegner ist die Tatsache, dass der Flughafen bislang noch über genügend Kapazitäten verfüge und der Trend auch keine Änderung in absehbarer Zeit zeige. Außerdem könnte man die Zahl der Flüge verringern, indem man größere Flugzeuge einsetze.

Dagegen argumentieren die Landesregierung und ihre zahlreichen Unterstützer der Wirtschaft, wie z.B. EADS, Infineon oder BMW, dass der Wirtschaftsstandort München nur konkurrenzfähig bliebe, wenn auch in Zukunft der reibungslose Güter- und Personentransport gewährleistet sei. Und das sei nur möglich, wenn man die Anzahl der Flüge erhöhe

Wie im Hamburger Abendblatt am 22.06.12 berichtet (Streit um dritte Startbahn geht in die nächste Runde), erwägt die bayerische Landesregierung nun, sich über den Bürgerentscheid hinwegzusetzen und das Projekt weiterzuführen. Die Politik und die FMG betonen, dass mit dem Entscheid der Bürger der Flughafenausbau noch lange nicht gescheitert sei.

Landtagswahl 2013 ist auch entscheidend für Flughafen

Der momentan amtierende Münchener Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) kritisierte nun auch öffentlich den bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Horst Seehofer für dessen Bekunden, sich über den Entscheid hinwegsetzen zu wollen. Damit würde beim Bürger Politikverdrossenheit geschaffen. Die Politik könne sich nicht über das Volk hinwegsetzen. Für Christian Ude ist der Bürgerentscheid bindend und er sieht für die Landtagswahl in 2013 nun auch Koalitionsmöglichkeiten mit den Grünen und den Freien Wählern. Diese Koalitionen waren vor allem bislang an der Flughafenfrage gescheitert.

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